Kaltlaufregler

Luftmengenregler für KLR-SystemeDer Kaltlaufregler ist ein Nachrüst-Bauteil, welches bei älteren Kraftfahrzeugen mit Ottomotor und geregeltem G-Kat den Schadstoffausstoß, in den ersten 3 bis 4 Minuten , nach einem Kaltstart verringert.
Vor Einführung der Euro-2-Norm wurden beim Emissionstest noch keine Kaltstartwerte abgefragt. Daher waren viele Kraftfahrzeuge noch nicht auf einen schadstoffarmen Start, bzw. auf eine schadstoffarme Warmlaufphase optimiert.
Durch die einfache Umrüstung mit dem KLR-System erfüllen G-KAT Fahrzeuge die ursprünglich das Euro-l-Niveau erreicht haben, teilweise die EURO-2-Norm, oder die steuerlich noch vorteilhaftere D3-Norm vorausgesetzt, der vorhandene Katalysator ist noch intakt.

Funktionsweise – Systembeschreibung:

Nach einem Kaltstart des Motors entstehen in den ersten 3 bis 4 Minuten der Warmlaufphase mehr als 75 Prozent der Schadstoffe Kohlenmonoxid (CO) und Kohlenwasserstoffe (CxHy)-(HC) die ungereinigt das Endrohr des Auspuffes verlassen, als in der Betriebstemperaturphase. Dies resultiert daraus, das in dieser Phase weder Motor, Lambdasonde und der Katalysator ihre Betriebstemperatur noch nicht erreicht haben. Das Kraftstoff-Luft-Gemisch wird in der Warmlaufphase von der Motorelektronik zudem noch auf “deutlich fetter” eingestellt und das Gemisch wird nicht vollständig verbrannt. Da der Katalysator in dieser Phase noch nahezu wirkungslos ist, können die Schadstoffe ungefiltert austreten.

Das KLR-System setzt genau in dieser Warmlaufphase nach einem Kaltstart des Motors ein. Abhängig von der Kühlwassertemeratur, Motorlast und Drehzahl wird dem Ansausystem ein zusätzlicher Luftstrom zugeführt. Aufgrund der so zusätzlich zugeführten Verbrennungsluft (Luftsauerstoff) wird das Gemisch abgemagert, wodurch eine bessere Verbrennung bewirkt wird. Die Entstehung der Luftschadstoffe, (CO) und (HC), werden dadurch erheblich reduziert. Die genannten Vorgänge führen weiterhin zu einer Verkürzung der Warmlaufphase oder anders ausgedrückt, der Motor und auch der Katalysator kommen schneller auf Betriebstemperatur, wodurch sich schließlich der Gesamtschadstoffausstoß, während der ersten 3 bis 4 Minuten nach einem Kaltstart, reduziert.

Das KLR-System schaltet sich automatisch ab, sobald das Motorkühlmittel (Kühlwasser) eine bestimmte Temperatur erreicht hat, und die zusätzliche Luftzufuhr wird damit wieder beendet. Katalysator und Lamdasonde sind zu diesem Zeitpunkt nahezu auf Betriebstemperatur und die effektive Abgasreinigung wird nun von den Standardkomponenten fortgeführt.

Mit dem KLR-System ist es möglch, abhängig von der Motorkonstruktion und der Lage des Katalysators im Abgassystem, die D3- bzw. Euro 2-Grenzwerte einzuhalten.

Kat-Test vor dem Einbau:

Die für die einwandfreie Funktion des Nachrüstsystems relevanten Komponenten (gesamtes Abgassystem) am nachzurüstenden Fahrzeug, müssen sich in einem technisch einwandfreien Zustand befinden, um das Erreichen des durch die Betriebserlaubnis des Nachrüstsystems nachgewiesenen Niveaus der Schadstoffemission und oder die Dauerhaftigkeit zu garantieren. Daher sollte das nachzurüstende Fahrzeug vor dem Einbau des KLR-Systems, eine gesonderte, modifizierte AU-Prozedur durchlaufen um festzustellen, ob die abgasrelevanten Bauteile noch voll funktionsfähig sind. Defekte Teile im Abgassystem wären vor der Nachrüstung dann auszutauschen. Sind die Werte der gesonderten Abgasuntersuchung O.K., steht einem Einbau des Nachrüstsystems nichts mehr im Wege. Baut man das KLR-System anschließend selbst ein, muß man sich den ordnungsgemäßen Einbau vom TÜV bestätigen lassen. Eine nochmalige Abgasuntersuchung ist hierbei nicht erforderlich, sofern der Einbau zügig, d.h. möglichst unmittelbar nach der oben erwähnten modifizierten AU-Prozedur erfolgt. (Die AU-Bescheinigung und die Einbaubescheinigung müssen das selbe Datum haben) Genauere Informationen erhält man aber bei jeder TÜV Abnahmestelle oder der zuständigen Zulassungsstelle.

Eintragung in die Fahrzeugpapiere:

Das KLR-System muss bei der zuständigen Zulassungsstelle in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden.

Zur Eintragung werden folgende Unterlagen benötigt:

· Kfz-Brief
· Kfz-Schein
· ABE des KLR-Systems
· vollständig ausgefüllter Steueränderungsantrag
· vollständig ausgefüllter KAT-Test
· Einbaubescheinigung

Die zuständige Zulassungsstelle informiert, nach der Eintragung des KLR-Systems in die Fahrzeugpapiere, automatisch das zuständige Finanzamt. Von diesem erhält der Fahrzeughalter dann einen geänderten Kfz-Steuerbescheid für das umgerüstete Fahrzeug. Eventuell bereits zuviel gezahlte Kfz-Steuern werden vom Finanzamt erstattet.

Vorteile:

Durch nachträglichen Einbau eines Kaltlaufreglers (KLR) wird die Einstufung in eine bessere Schadstoffklasse erreicht, was eine deutliche Einsparung bei der Kfz-Steuer zur Folge hat. Die Steuerersparnis ist proportional zum Hubraum zu sehen. Je “fetter” der Hubraum des nachzurüstenden Kraftfahrzeuges ist, desto “fetter” die Steuerersparnis. Zum Beispiel amortisiert sich die Investition bei einem 3 Ltr. Motor schon sofort, da die Kosten für die Nachrüstung, zumindest bei Eigeneinbau, incl. aller Gebühren etc. geringer sind als die Steuereinsparung für 1 Jahr. Der Einbau lohnt sich also auf jeden Fall.Außerdem führt die Verkürzung der Warmlaufphase zu einer Verschleißminderung des Motors. Dies ist aber eher theoretisch zu sehen da der Effekt sich nicht signifikant auf die Gesamtlaufleistung der Maschine auswirkt.

Weiterhin kann eine leichte Verbrauchsreduzierung, hauptsächlich im Kurzstreckenverkehr angenommen werden.

Umweltschutz:

Da durch das KLR-System die Betriebstemperatur schneller erreicht wird, wird auch nur hier (in den ersten 3 bis 4 Minuten nach einem Kaltstart) durch Reduzierung der Schadstoffemmission ein kleiner Umweltschutzbeitrag geleistet. Im anschließenden Betrieb hat der Kaltlaufregler keinen weiteren positiven Einfluss auf das Schadstoffverhalten.

Fazit:

Bei Fahrzeugen mit der alten Euro 1-Norm ist eine Nachrüstung mit dem KLR-System empfehlenswert, vor allem bei “fetten” Kisten. Dem Nachrüstsatz liegt eine ausführliche Einbauanleitung bei mit deren Hilfe es jedem durchschnittlich begabten “Schrauber” möglich sein sollte, den Einbau selbst vorzunehmen.